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Australien Austausch 03.04.09 - 03.05.09

Nach langem Warten kamen Ende November fünf der insgesamt neun australischen Austauschpartnerinnen unserer Partnerschule in Mt.Eliza, Melbourne Australien Memmingen an. Die Mädchen, die teilweise noch nie zuvor in ihrem Leben Schnee gesehen hatten, genossen die Zeit im kalten, winterlichen Memmingen sehr und zusammen hatten wir jede Menge Spaß. In den 8 Wochen ihres Aufenthaltes hier besuchten sie mehrmals München, natürlich Schloss Neuschwanstein, waren ganz wild aufs Ski fahren, Schlittschuhlaufen und Schlittenfahren. Einige Familien fuhren mit ihrer Gastschülerin über die Weihnachtsferien sogar auf eine mehrtägige Städtereise oder in den Skiurlaub weg.

Nach ihrer Abreise zählten wir Deutschen die Tage bis zu unserem Abflug nach Australien. Am 03.04.09 war es dann endlich soweit. Um 15:45 Uhr hob unser Flieger Richtung Melbourne ab. Nach ca. 6 Stunden hatten wir Aufenthalt in Dubai, wo wir, obwohl es für uns bereits Mitternacht war, die Shops erkundeten. Nach ca. 13 Stunden kamen wir dann endlich in Melbourne an und wurden aufgeregt von unseren Gastfamilien empfangen. In Australien war es Mitternacht und so sind wir alle mit unseren Gastfamilien heim und erstmal ins Bett. An unserem nächsten Tag in Australien erkundeten die meisten erstmal die neue Umgebung mit ihren Gastfamilien oder fuhren in den Urlaub. Die Australier hatten nämlich genauso wie wir Osterferien, d.h. vor uns lagen 2 Wochen Ferien. Einige von uns fuhren nach Queensland, wo sie herrliche Strände genossen, das Surfen erprobten, typische australische Tiere kennenlernten und natürlich shoppen gingen. Andere von uns verbrachten ein paar Tage in Melbourne und lernten die Weltstadt und das Stadtleben kennen. Wenige hatten sogar die Möglichkeit auf den höchsten "Tower" Melbournes, den Eureka Tower (297,3 m) zu fahren. Von dort oben hat man eine atemberaubende Aussicht und wer mutig ist, kann sogar mit dem sog. The Edge aus dem Tower hinausfahren.

Einige von uns verbrachten auch ein paar Tage auf Phillip Island, eine Insel, die etwa 120 km südöstlich von Melbourne liegt. Dort erlernten wir natürlich auch das Surfen und sahen teils in freier Wildbahn und teils im "Wild Life Park" lebende Kängurus, Koalas, Wombats, Dingos, Emus, und und und.

Natürlich besuchten wir auch die "Penguin Parade", für welche Phillip Island bekannt ist. Wir sahen super süße Zwergpinguine, die von ihrer Jagd zu ihrem Nachwuchs heimkamen. Leider durfte man keine Fotos machen, da es die Pinguine zu sehr verwirrt hätte. Wir alle genossen auch die wunderschöne Natur, die es überall zu bestaunen gab.

Unsere Gastfamilien bemühten sich zudem, dass wir auch typische australische Gerichte, Getränke und Gebäck kennen lernten, wie z.B. Fish and Chips, Pies, Vegemite, Smoothies, Scones, die man mit Marmelade und Sahne isst und natürlich bekamen wir auch alle mal ein australisches Barbecue. Wenige machten auch für ihre Gastfamilien Kässpatzen, um ihnen die bayrische Esskultur näher zu bringen. Nach harter Arbeit (wir mussten die Kässpatzen ohne Hobel machen) war unsre Belohnung, dass die Australier es richtig lecker fanden und sogar das Rezept wollten. Für die meisten von uns war es etwas schwierig sich an die australische Essgewohnheit zu gewöhnen, da es mittags nur Kleinigkeiten gibt und abends ein großes Dinner bzw. wie man in Australien sagt Tea. Die meisten von uns besuchten auch ein Football Spiel, der australische Nationalsport, wo wir auch typische Football - Snacks verschlangen.

Ungewohnt war es für uns, dass manche Familien ein Haus in der Schulumgebung hatten und zudem ein Stadtappartement in Melbourne oder in einem anderen Ort, bis zu einer Stunde von der Schule entfernt.

Zu Ostern zeigten wir unseren Gastfamilien die deutschen Bräuche, z.B. das Bemalen von Eiern oder das Backen eines Osterlammes. Entsprechend lernten auch wir australische Osterbräuche kennen. Das Osterfest in Australien wird länstg nicht so ausgeprägt gefeiert, und hat kaum noch einen religiösen Hintergrund, sondern wird immer mehr zu einer kommerziellen Veranstaltung, wie auch in Deutschland.

Für uns waren die zwei Wochen Ferien eine super Gelegenheit die australische Kultur, die Landschaft, das Leben der Familien und viele schöne eigene Erfahrungen ohne Schulstress zu genießen.

Nach diesen zwei Wochen Ferien auf der anderen Seite der Welt, konnten wir am ersten Schultag endlich wieder die andern GSG Mädchen sehen und uns mit ihnen über alles Neue und Erlebte austauschen.

Das Toorak College hat uns alle total begeistert - eine riesige Anlage, ungefähr dreimal so groß, wie das Strigel Gelände und noch dazu wunderschön renoviert - so, wie wir uns eine gute und teure Privatschule vorstellen.

Der Eingang der Schule besteht aus einem großen Tor, das auf eine kleine Straße mit verschiedenen Fahnen und einer hohen Hecke führt; dann sieht man auch schon das große Hauptgebäude des Toorak Colleges, wo sich die Lehrerzimmer und ein paar Klassenräume befinden. Es gibt keine richtigen Klassenverbände, sondern nur sogenannte ‚Häuser', die z.B. Tripp‚ Hamilton, Mayfield, Douglas, Cerutty, und Pye heißen. Am Ende des Jahres treten alle Häuser gegeneinander in verschiedenen Wettkämpfen , wie ‚House-Singing' oder ‚Cross Country' (Wettlauf im Freien) an und das Haus, das in allen Kategorien am besten war, bekommt einen Preis. Es gibt verschiedene Gebäude in denen unterschiedliche Fächer unterrichtet werden, wie zum Beispiel Deutsch und Japanisch in einem Haus und Physik, Chemie, Biologie, Psychologie, Mathe und vieles mehr in anderen Häusern.

Beim Stundenwechsel müssen die Mädchen meist eine ziemliche Wegstrecke zurücklegen, um zum nächsten Unterricht zu kommen, denn die Häuser liegen relativ weit voneinander entfernt; aber dafür dauert eine Unterrichtsstunde auch volle 60 Minuten. Eine Klasse umfasst meistens 15 Schülerinnen und die Klassenzimmer sind mit Beamern, Fernsehern und High-tech mäßig bestens ausgestattet - das hat uns Striglianer auch ziemlich beeindruckt! Außerdem verfügt das Toorak College über eine ziemlich umfassende Bibliothek, einen Bereich, mit den ‚Financial Services' und einem kleinen Geschäft, wo man die Schuluniformen, Hefte und Sonstiges, was man als Schüler eben braucht, kaufen kann. Eine große Assembly-Hall für die wöchentlichen Versammlungen aller Schülerinnen, einen Lecture- und Theaterraum, eine Kantine und einen Aufenthaltsbereich für die zwei Abschlussklassen, und noch weitere kleinere Bereiche für die unteren Jahrgangsstufen sind auf dem weitläufigen Schulgelände verteilt.

Sehr gefallen hat uns der Aufenthaltsraum mit mehreren Sofas, einer großen Musikanlage, Fernseher und einer Teeküche für die älteren Schülerinnen; daneben gibt es einen Raum, in dem man ungestört mit seinem Laptop arbeiten kann (Laptops sind ein Teil der Grundausstattung und jeder braucht eins für den Unterricht). Neben der Kantine gibt es noch eine Terrasse für alle und daneben ist noch ein Raum für die Mädchen aus dem Internat, die dort ihr Essen bekommen. Das Internat befindet sich ebenfalls auf dem Schulgelände in dem zum Großteil Mädchen aus Asien wohnen.

Im zweiten Teil der Schule befindet sich das Art-House und der Sportbereich mit mehreren Turnhallen, Tanzräumen, Health-Class-Räumen, Squash- und Tennisplätzen - und nicht zu vergessen es gibt auch zwei große Swimmingpools!

Die Mädchen dort sind alle wirklich sehr nett und hilfsbereit und reißen sich auch darum, dass man sie in ihre Klassen begleitet, sodass man ganz schnell Freunde finden kann und der Schulalltag dort alles andere als langweilig ist.

Und hier sieht man noch die deutschen Mädchen mit ihren australischen Austauschparnerinnen in Uniform (der rote Pulli ist für die Abschlussklassen und der Blaue für die jüngeren Jahrgänge; die Kleider sind die Sommeruniform und die Röcke für den Winter).

Hintere Reihe: wir, vom BSG:
Katharina, Raphaela, Carolin, Lisa, Kristina, Stephanie, Corinna, Roberta, Francisca, Katrin, Nicola
Untere Reihe, unsere Austauschpartnerinnen:
Abbey, Alesha (darüber), Katherine, Corrina, Anna, Alice, Lara, Grace

Am letzten Freitag, bevor wir sehr ungern nach Deutschland zurückgeflogen sind, war noch der letzte große Event, der Formal! Das ist ein Tanzabend für den 11. Jahrgang, wo alle mit schönen Abendkleidern, in Begleitung von Partnern mit Limousinen in einen Golfclub in Frankston vorgefahren sind und dort ein mehrgängiges Abendessen einnahmen, tanzten und mit Freunden und Partnern beim Fotographen waren - denn so ein Ereignis muss ja schließlich dokumentiert werden!

Wir alle haben den Austausch mit dem Toorak College in Mt. Eliza sehr genossen. Wir werden den Kontakt zu unseren Austauschpartnern aufrecht erhalten und können es den unteren Klassen nur empfehlen auch bei dieser einmaligen Gelegenheit teilzunehmen.

Des Weiteren möchten wir uns nochmals bei Frau Birkas und Frau Deuschle-Howden bedanken, die uns den Austausch ermöglicht haben und ohne die wir diese schöne Erfahrung nicht hätten erleben können!

Text von Francisca Geitner und Nicola Galm